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"Gute Töne für gute Kinos" |
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"In vielen Jahren Berufserfahrung in der Medienbranche habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass Projekte, egal ob Kinos, Studios oder Konzerthallen, oft unter enormen Zeitdruck realisiert werden müssen. Dies führt nicht selten dazu, dass wichtige Planungsphasen wie zum Beispiel die Akustikplanung zu kurz kommen." Das berichtet Hanno Ziesche von der Biebertaler Ziesche Akustik & Projekt Consulting. Am Beispiel eines neuen Multiplexes verdeutlicht er die Notwendigkeit einer frühzeitigen professionellen Begleitung eines solchen Projektes durch umfassende Fachplanung. |
| Manchmal ist alles zu spät
Er merkte immer an den Fragen, die er gestellt bekommen habe, auf
welch erstaunlich unsicheres Terrain sich einige Bauherren begeben hatten. Doch zwei
Monate vor Kino-Öffnung war es dann meistens zu spät, um solche Probleme wie störende
Heizungsrohre, laute Lüftungsgeräusche, Positionierung der Bildwand, falsche Projektions-
oder Sichtwinkel zu beheben. Es entstand also ein Vakuum, das nicht mehr gefüllt werden
konnte, da "baulich bereits feststehende Tatsachen" geschaffen wurden. |
Erst mit der Einführung von THX fing es wieder an, dass man gezwungen wurde, bestimmte Werte einzuhalten, weil man sonst das berühmte Label nicht bekam. Man musste also wieder anfangen, sich Gedanken um die kinotechnischen Möglichkeiten zu machen: "Dadurch, dass sich digitale Tonformate flächendeckend durchgesetzt haben," sagt Ziesche, "hat man auch bei Nicht-THX-Kinos die gleichen Anforderungen an Kinotechnik und Akustik. Jeder Kinogänger hat heute bestimmte Erwartungen an ein Theater: Er möchte ein großes Bild aber nicht zu groß, der Bildabstand muss stimmen, die Vergrößerung darf nicht derart sein, dass man in den ersten drei Reihen jeden einzelnen Pixel sieht; sie muss aber auch so groß sei, dass man in den letzten Reihen ein noch ausreichend vernünftiges Bild hat." Dieser Standard habe sich inzwischen durchgesetzt. Er sei ja eigentlich auch keine Erfindung von Lucasfilm, denn was die Projektionstechnik anbelangt, haben sich die THX-Leute eigentlich nur die Vorgaben der amerikanischen Techniker-Vereinigung SMPTE übernommen. Deren Katalog gilt als Standard für die technische Anlage in jedem amerikanischen Top-Theater und in allen Studios. |
| Fragen, die immer wieder auftauchen
Wie sieht nun die Praxis aus? Es gibt bestimmte Fragestellungen, die
am Anfang immer auftauchen: Wie müssen die Wände aufgebaut sein, damit man von Saal 1 zu
Saal 2 nichts mehr hört? Wie setzt man die Lüftungsanlagen in das Haus, damit eine
möglichst gleichmäßige Belüftung aller Säle erreicht werden kann, und wie führt man
die Lüftung zu, damit das Geräuschniveau in den einzelnen Sälen nicht stört? Wie
konstruiert man überhaupt die Lüftung, damit durch die Kanäle nicht auch noch ein
Übertragungsschall dringt? Wie ordnet man die Lüftung, die Beschallung oder die Bildwand
an, damit man keinen Platzverlust erlebt? |
Diese Fragestellungen, so Ziesche, seien
eigentlich "Basics", doch werden sie bei der Planung eines
Wiedergaberaumes zu spät
berücksichtigt, kann es zu katastrophalen Entwicklungen kommen: Das, was Hanno Ziesche mit seinem Unternehmen leistet, ist aktive planerische Zuarbeit für die Architekten, das Zur-Verfügung-Stellen von Fachwissen. "Man kann ja von keinem Architekten erwarten, dass er schon zehn Kinos gebaut hat. Ich sehe mich daher als Schnittpunkt, nicht nur was die Kinotechnik betrifft, sondern für die Zulieferer: Heizungsbauer, Elektriker, Trockenbauer, etc." |
Der virtuelle Kino-Raumim PC Zentralpunkt der Akustik-Planung ist die Simulation am PC: Schon während der Architekt an der Planung arbeitet, ist die Akustik & Projekt Consulting dabei. Es wird die erste Computersimulation erstellt, mit der man sich in erster Linie um die Akustik kümmert. Aufgrund des Bauplans wird dann im Rechner ein virtueller Raum entwickelt im Prinzip der ins Dreidimensionale umgesetzte Architektenentwurf. |
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Der Rechner kann dann den
verschiedenen Oberflächen, die dort entstehen, verschiedene akustische Materialien
zuweisen. Danach wird jenes Material ausgewählt, das für diesen Raum am günstigsten
erscheint. |
Allerdings müsse man auch baulich
darauf achten, dass die Materialen, wie sie im Computer simuliert wurden, später dann
auch benutzt werden: "Sonst gibt man eine theoretische Arbeit ab, das wird irgendwie gebaut und nachher
stimmen die Werte überhaupt nicht überein. Alles in Allem müssen technische
Hilfsmittel und jahrelange Erfahrung Hand in Hand gehen, um das optimale
Ergebnis zu erreichen." |
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| Alles, was man über THX
wissen sollte
Ziesche sieht sich als
Koordinator, der zuarbeitet, über alle Planungsentwicklungen Bescheid weiß, gerade auch
was THX betrifft: "Ein Theater oder Studiobetreiber entscheidet sich, THX einzusetzen. Er schickt
seine Pläne nach USA, die werden dort überprüft und man entscheidet bei der
ersten Übersicht, ob THX grundsätzlich möglich ist oder nicht. Wenn der
Auftraggeber seine erste
Gebühr bezahlt hat, kommt von THX ein Bedingungskatalog. Diesem Plan ist zu entnehmen, was zu
erfüllen ist, um die Norm einzuhalten und nun muss
man das baulich umsetzen. |
Lucasfilm THX kümmert
sich also nicht darum, was der Betreiber tun muss, um die Standards zu
erreichen, sondern sie interessieren sich nur für die endgültigen Werte.
"Wir kennen allerdings die Vorgaben, und das ist die Planungssicherheit, die
wir unseren Kunden geben können."
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Alle erwähnten Warenzeichen und Markennamen sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber |